Gold zahlt keine Zinsen. Deshalb konkurriert es mit inflationsgeschützten Anleihen: Je höher deren Realrendite, desto teurer wird es, Gold zu halten. Zwischen 2006 und 2021 erklärte die 10-jährige US-Realrendite rund 80 % der Goldpreisbewegung.
Warum die Regel seit 2022 nicht mehr gilt
Trotz Realzinsen von über 2 % ist Gold gestiegen. Der Grund sind Käufer, die nicht auf Rendite schauen: Notenbanken, die ihre Reserven diversifizieren, und Anleger in Ländern mit Kapitalverkehrskontrollen.
Was das für die Prognose bedeutet
Sinken die Realzinsen mit dem Beginn der Zinssenkungen, kommt der klassische Treiber zurück, während die neuen Käufer bleiben. Das ist das bullische Szenario. Das bärische: Notenbanken pausieren, und die Realzinsen bleiben hoch.
Auf einen Blick
- Bis 2021 erklärten Realzinsen 80 % der Goldbewegung.
- Seit 2022 dominieren Notenbanken als Käufer.
- Sinkende Realzinsen plus Notenbankkäufe wären das bullische Szenario.



